Es gibt immer eine Möglichkeit, wie ich mir etwas Gutes tun kann, genau jetzt, überall. Dies hier ist eine Liste von Mini-Dingen, die für mich funktionieren: Ich kann ein bisschen bequemer hinsitzen, meinen Augen etwas Schöneres zum anschauen gönnen, meine Füsse bewusst so hinstellen, dass ich Halt habe. Beim Warten an der Bushaltestelle kann ich das Gewicht meines Rucksacks spüren und merken, dass mir eigentlich wohler ist, wenn er am Boden steht. Ich kann den Vögeln lauschen, oder wenn keine da sind der Stille, anstatt den Autos, die durch sie hindurch huschen. Ich kann einmal tief einatmen und laut seufzen, mich strecken oder eine Grimasse machen. Beim Zähneputzen hinsitzen, wenn es schon wieder so spät ist und ich so müde. Den Kopf aus dem Fenster halten. Ein Herz auf meine To-Do-Liste malen. Das dauert eine Sekunde und wirkt Wunder. Natürlich darf es auch länger dauern, so lange wie du dir Zeit schenken willst. Doch auch wenn du keine Zeit zu haben scheinst: eine Sekunde geht immer, oder? 

So gut kenn ich den Zustand, in dem ich so beschäftigt bin, dass ich gar nicht merke, wies mir geht. Oder so durcheinander, dass ich keine Ahnung hab, wie ich mich wieder „hinkriege“. Oder ich wüsste, was mir gut tun könnte, aber es braucht soooo viel Überwindung. Doch zum Glück wird das immer seltener. Durch die kleinen Mini-Momente, in denen ich kurz inne halte und etwas ganz Kleines verändere, übe und übe und übe ich. Ich muss nicht immer gleich spazieren gehen, ein Bad nehmen, drei Stunden meditieren oder eine Massage buchen, damit es etwas „nützt“. 

Das Beste daran ist, dass es immer einfacher wird. Auf jeden Fall gehts mir so: wenn ich es erst mal geschafft habe, den Moment ein Milli-Mü-Prozent besser, angenehmer, entspannter, freudiger zu machen, dann geht auch nochmal eins. Das ist eine Entscheidung, die ich treffe. Ich entscheide mich, nicht einfach starr und stumm auf bessere Zeiten zu warten, nicht aufzugeben, durchzubeissen und etwas über mich ergehen zu lassen. Ich entscheide mich, mich gut zu fühlen und etwas dafür zu tun. 

Und genau dabei hilft mir mein Körper ungemein. Ich brauch keine ausgeklügelten Ideen, was genau ich mir denn Gutes tun könnte. Es genügt, innezuhalten und in meinen Körper zu spüren: wie atme ich gerade, sitze ich bequem, ist mein Kiefer angespannt? Indem ich mich mit meinem Körper verbinde, komme ich wieder ein Stück mehr in Kontakt zu mir. Dort liegt der Schlüssel: In Kontakt mit mir zu sein erlaubt mir erst, etwas bewirken zu können und den Umständen nicht einfach ausgeliefert zu sein. Indem ich spüre, was mir grad nicht passt und meine Impulse wahrnehme, kann ich mich neu entscheiden. Ich bringe wieder ein Stück mehr von mir in diese Situation rein, in der ich grad bin. Und genau das brauchts doch in der Welt, findest du nicht? Mehr von dir und mir genau da wo du und ich grad sind. 

Doch bevor wir uns wieder verlieren, in was „die Welt gerade braucht“, remember: alles beginnt bei dir, genau jetzt gerade. Was macht diesen Moment ein klein bisschen besser? Was kannst du dir und deinem Körper jetzt gerade angenehmer machen? Nichts ist zu klein, um nicht als Antwort zu gelten! Schreib dir doch deine ganz eigene Liste mit kleinen Dingen, an die du dich in diesen Momenten erinnern kannst. Häng diese „Sich-Gutes-Tun“-Liste so auf, dass sie dich liebevoll dazu bewegt, dir zu zu hören und deinen Körper zu spüren. Immer wieder. Moment für Moment, bis das für dich ganz natürlich wird.

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